Landwirtschaftliche Zeitungen berichten offensiv über CRISPR/Cas
Dr. Petra Kauch
In neuerer Zeit wird zunehmend positiv über die Genschere in den landwirtschaftlichen Zeitungen berichtet – eine Trendwende?
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Während in den letzten Jahrzehnten in landwirtschaftlichen Zeitungen überwiegend negativ über die Gentechnik berichtet worden ist und den Landwirten vornehmlich aus Haftungsgründen von der Anwendung und dem Anbau gentechnisch veränderter Organismen abgeraten worden ist, wird in letzter Zeit über die neuen Züchtungsmethoden, insbesondere die Genschere CRISPR/Cas positiv berichtet. So klärt ein neuerlicher Text im landwirtschaftlichen Wochenblatt darüber auf, dass die neuen Züchtungsmethoden bereits seit mehr als 30 Jahren in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Zu Wort kommt in diesem Zusammenhang Herr Professor Dr. Holger Puchta von Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der erklärt, dass Mutationen wieder etwas Neues noch etwas Negatives seien. Vielmehr würden chemische Verfahren oder Bestrahlungen schon immer für die Pflanzenzüchtung eingesetzt, die zu solchen Mutationen führten. Auf diese Weise seien rund 3000 neue Pflanzensorten entstanden, die auch in Europa eingesetzt würden. Als Beispiele nannte er die kernlose Grapefruit und die europäische Braugerste. Im Gegensatz zu diesen Züchtungsmethoden sei CRISPR/Cas allerdings zielgerichteter und schneller. Bereits nach einer Generation wüsste man, ob das Ziel bereits erreicht werde. Große Hoffnungen würden derzeit in diese Verfahren bei der Bananenzüchtung gesetzt, da Bananen derzeit von einem Pilz bedroht werden und ansonsten ihr Aus drohe. Insofern bleibt abzuwarten, ob mit derart positiven Erläuterungen auch tatsächlich ein Umdenken in Bezug auf den Einsatz von CRISPR/Cas zur Erzeugung von Mutationen bei Lebens- und Futtermitteln erreicht werden kann.