ZKBS-Stellungnahme zur Risikobewertung von Staphylococcus-Stämmen

Dr. Alexander Heinick

Staphylococcus auricularis und Staphylococcus pasteuri wurden jetzt als Spender- und Empfängerorganismus in die Risikogruppe 2 eingestuft.

Staphylococcus auricularis und Staphylococcus pasteuri sind nicht-bewegliche, nicht-sporenbildende, Gram-positive, Katalase-positive und Koagulase-negative, kokkenförmige Bakterien aus der Familie Staphylococcaceae. 

S. auricularis
wurde 1983 aus dem Gehörgang von gesunden Menschen isoliert und ist als Hautkommensale beschrieben, der auch als opportunistischer Krankheitserreger auftritt. Er tritt dabei als Erreger von Mittelohrentzündungen bei abwehrgesunden Patienten auf, die als Folge eines chirurgischen Eingriffs am Ohr/Trommelfell entstehen. Bei abwehrgeschwächten Patienten gibt es Berichte über Blutstrominfektionen, Bauchfellentzündungen und Entzündungen der Herzinnenhaut. 

S. pasteuri
wurde 1993 erstmals als Umweltkeim beschrieben der von Früchten und Ziegenmilch, aber auch aus menschlichen Blut-, Urin- und Emesis-Proben isoliert werden konnte. Er wurde später ebenfalls als Hautkommensale beschrieben, der infolge einer Stichverletzung bei einem abwehrgesunden Patienten eine Entzündung des Knochens auslöste. Bei abwehrgeschwächten Patienten liegen Berichte über Blutstrominfektionen und Entzündungen der Herzinnenhaut vor. Im veterinären Kontext wurde der Keim aus erkrankten Stören von Aquakulturen isoliert.

Die ZKBS stuft beide Stämme als Spender- und Empfängerorganismen für gentechnische Arbeiten in die Risikogruppe 2 ein. Begründet wird dies damit, dass Erkrankungen abwehrgesunder Menschen vorkommen können. Die Bakterien stellen opportunistische Krankheitserreger dar, die besonders Menschen mit schweren Grunderkrankungen infizieren, wobei die Erkrankungen in der Regel gut behandelbar sind. S. pasteuri kann zudem schwere Infektionen bei Fischen hervorrufen. Die vollständige Stellungnahme der ZKBS finden Sie hier.

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