ZKBS-Stellungnahme zur Risikobewertung von Rodentibacter caecimuris

Dr. Alexander Heinick

Rodentibacter caecimuris wurde als Spender- und Empfängerorganismus in die Risikogruppe 2 eingestuft.

In den Richtlinien zur Gesundheitsüberwachung von Versuchstierbeständen von Nagetieren und Kaninchen der Federation of European Laboratory Animal Science Associations wird empfohlen, Bestände regelmäßig auf den Befall mit Rodentibacter caecimuris zu testen, weshalb hier die aktuelle Stellungnahme beschrieben werden soll.

Rodentibacter caecimuris ist ein fakultativ anaerobes, gramnegatives und katalasepositives Gammaproteobakterium der Familie Pasteurellaceae. Es ist weltweit verbreitet. Vertreter der Spezies wurden aus Hausmäusen, Ratten, Vielzitzenmäusen, Goldhamstern, Waldmäusen, aber auch Labormäusen isoliert.

R. caecimuris kann dabei von der Schleimhaut gesunder Hausmäuse und Ratten isoliert werden. Es verursacht Krankheitsausbrüche in Versuchstierhaltungen von Hausmäusen, wobei vor allem gestresste oder immunsupprimierte Versuchstiere infiziert wurden. Infektionen führten dann zu Haut- oder Vaginalabszessen, orbitalen Infektionen und Mastitiden (Brustdrüsenentzündung). Einige Stämme riefen auch bei immunkompetenten Versuchstieren letale Infektionen hervor. Intranasale Verabreichung eines R. caecimuris-Stamms führte bei immunkompetenten Mäusen verschiedener Linien zu systemischen Infektionen und Pleuropneumonie, wobei je nach Versuchstierlinie 75 % bzw. 100 % der Tiere verstarben. 

Die Bakterien sind fähig, Biofilme zu bilden und in den Genomsequenzen verschiedener Stämme von R. caecimuris wurden homologe Gene für Proteine identifiziert, die auch in pathogenen Bakterien wie Neisseria meningitidis, Legionella pneumophila, Acinetobacter baumannii und Pseudomonas aeruginosa zu finden sind.

Infektionen mit Rodentibacter spp. können mit dem Antibiotikum Enrofloxacin behandelt werden, da die Verabreichung von Enrofloxacin auch schon erfolgreich zur Eliminierung des Pathogens aus Hausmausbeständen genutzt wurde.

Die ZKBS empfiehlt abschließend R. caecimuris als Spender- und Empfängerorganismus für gentechnische Arbeiten der Risikogruppe 2 zuzuordnen. Begründet wird dies damit, dass R. caecimuris ein fakultativ pathogener Krankheitserreger ist, der bei Nagetieren schwere Erkrankungen verursachen kann. Die aktuelle vollständige Stellungnahme finden Sie hier.

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